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Was ist Etepetete?

Das Wort Etepetete kommt vor allem im nördlichen Teil von Deutschland vor. Es ist eine etwas ältere Redewendung, die im umgangssprachlichen Gebrauch eine pingelige und gezierte Person beschreibt. Im Niederdeutschen ist ein ähnlicher Begriff, das Wort etjerpotetjer bekannt. Bekannt ist diese Redewendung seit der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Sie fand dann Eingang in den Sprachgebrauch der Berliner Mittelschicht. Eventuell stammt sie von französischem être, peut-être, was soviel wie vielleicht oder kann sein bedeutet, ab. Sinnbildlich bedeutet sie im Zweifel sein beziehungsweise mehr scheinen als sein. Alternativ wird oft auch das niederdeutsche Wort öte erwähnt. Es bedeutet ebenfalls geziert und pingelig.

Bedeutung des Wortes Etepetete

Ursprünglich deutete das Wort auf ein zurückhaltendes, abwägendes Verhalten hin. Da hatte es auch noch keinen negativen Bezug. Erst später wurde es für Menschen verwendet, die ein übertrieben wählerisches Verhalten aufwiesen.

Sehr penible und wählerische Menschen werden oft als Etepetete bezeichnet

Sehr penible und wählerische Menschen werden oft als Etepetete bezeichnet

Heute steht der Begriff Etepetete vorwiegend für ein geziertes, steifes und prinzessinnenhaftes Benehmen, welches sogar bis ins zimperliche gehen kann. So wird das Wort Etepetete heute sehr oft im Zusammenhang mit Kindern benutzt. Es beschreibt dabei häufig ihre Launen, wenn sie zum Beispiel bestimmte Speisen partout nicht zu sich nehmen wollen. Ebenso verwendet man Etepetete aber auch im Bereich der Mode. Hier wird es eingesetzt wenn jemand übertrieben auf sein Aussehen und seine Kleidung achtet und extrem darauf aus ist sich ja nicht schmutzig zu machen. Des Weiteren beschreibt der Begriff oftmals auch ein kleinkariertes Verhalten von Menschen. Solche extrem pingeligen Menschen werden umgangssprachlich auch gern als Korinthenkacker bezeichnet. Vor allen in höheren gesellschaftlichen Kreisen und beim Adel war man früher angesehen, wenn man etepetete war. Heute nutzt man es eher mit einem etwas negativen oder belustigenden Einschlag.

Ist es ein Vorteil etepetete zu sein?

Manchmal ist es gewiss ein Vorteil Etepetete zu sein. Vor allem in speziellen Branchen. So kann man sich als Schauspieler, Künstler oder Modedesigner durchaus seinen Ruf aufbessern und ein etwas kapriziöses Verhalten zum eigenen Markenzeichen machen. Viele Menschen finden gerade dies an Personen des öffentlichen Interesses so besonders und faszinierend. Auch kann es die Neugierde auf solche Menschen wecken und immer wieder für Schlagzeilen in der Presse sorgen. Allerdings ist es im normalem Leben meist weniger angebracht und kann die Sympathiewerte sogar senken. Denn wer möchte schon immer mit einer launischen Person sein Büro teilen? Bei Frauen kann ein Etepetete-Verhalten allerdings in Bezug auf Männer oft vorteilhaft sein. Viele Männer fühlen sich von wählerischen und etwas kapriziösen Persönlichkeiten angezogen. Garantieren sie doch oft auch Abwechslung und Spannung im Alltag. Allerdings sollte dabei nicht übertrieben werden. Oft reicht hier schon ein spezieller Punkt, wo man das Verhalten immer wieder zum eigenen Markenzeichen macht und sich somit treu bleibt.